Montag, 29. Dezember 2014

[Rezension] Schwarzweiß





Als der psychisch kranke Mörder Niklas Rösch in den Maßregelvollzug der Hamburger Psychiatrie eingewiesen wird, ändert sich alles im Leben der Ärztin Regina Bogner. Von Anfang an tritt Rösch so auf, als besäße er allein die Kontrolle.
Woher kennt er Einzelheiten aus Reginas sorgsam gehüteter Vergangenheit? Und ist der grauenvolle Mord an seiner Nachbarin tatsächlich seine erste Tat? Als Rösch die Flucht aus dem Maßregelvollzug gelingt, schwebt nicht nur Regina in tödlicher Gefahr. Denn ihre Tochter Anabel passt genau in Röschs Beuteschema...




Das Cover des Buches ist zwar schlicht aber dennoch sehr ansprechend gestaltet. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und abwechslungsreich wodurch sich das Buch sehr gut und auch flott lesen lässt. Die Geschichte selbst ist rasant und sehr spannend geschrieben und man schafft es kaum das Buch aus der Hand zu legen, wodurch es sehr schnell zu Ende gelesen war.

Antonia Fennek hat selbst mehrere Jahre als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit psychisch kranken Straftätern gearbeitet. Dadurch schafft sie es den Alltag des Maßregelvollzugs aber auch den Charakter des Täters glaubhaft und "echt" darzustellen womit eine besondere Stimmung entsteht, die den Leser noch mehr in seinen Bann zieht.

Die Spannung wird Kapitel für Kapitel immer aufrecht gehalten. Der Szenenwechsel ist rasant aber nicht verwirrend.
Zudem haben sowohl Bogner als auch Rösch eine Vergangenheit, die der Leser aber immer nur Stück für Stück weiter erkunden kann. Dies trägt ebenfalls zur steten Spannung bei, da man beide Charaktere unbedingt näher kennen lernen und mehr über sie erfahren will.
Leider wirken Regina Bogner aber auch ihre Tochter Anabel von Zeit zur Zeit sehr kalt und abgebrüht auf mich, was manchmal dazu führt dass sie ein wenig an Glaubwürdigkeit verlieren. Zeitweise kommt es einem so vor als ob alle Charaktere nur sehr oberflächliche Beziehungen zu einander haben, was sie rau und kalt wirken lässt.

Das Nachwort hat mir wiederum sehr gut gefallen, da dort einige Unterschiede zwischen der Allgemeinpsychiatrie und dem Maßregelvollzug aufgezeigt werden. Ebenso werden die wichtigsten medizinischen Begriffe näher erklärt, wodurch man den Inhalt noch besser verstehen kann.





Antonia Fennek ist mit Schwarzweiß ein wirklich spannender und packender Thriller gelungen, der Lust auf mehr macht. Daher für mich eine klare Leseempfehlung!






Dienstag, 23. Dezember 2014

[Rezension] Engelsschmerz






Jule ist spurlos verschwunden. Die Studentin ist nicht verreist, nicht durchgebrannt. Sie ist in Gefahr! Davon ist ihre Mutter überzeugt, die alarmiert nach München reist und die Wohnung ihrer Tochter verwaist vorfindet. Doch die Polizei nimmt ihre Bedenken nicht ernst - außer Kommissarin Annette Kirchgessener, die schon immer einen Riecher für besondere Fälle hatte. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Georg "Gigi" Gruber ermittelt sie auf eigene Faust. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Werden sie Jule rechtzeitig finden?




Schon der Prolog ist sehr spannend geschrieben und zieht einen sofort in seinen Bann. Diese Spannung bleibt die ganze Zeit über bestehen wodurch sich das Buch sehr gut lesen lässt und es einem schwer fällt es aus der Hand zu legen. Die Handlung selbst wechselt immer wieder zwischen zwei Perspektiven. Zum einen Jule's Sicht der Dinge vor ihrem Verschwinden bis dahin. Zum anderen Ulrike Ziegler, welche gemeinsam mit Kommissarin Kirchgessner dem Verschwinden Jule's auf die Spur geht. 
Dies macht das Buch noch spannender aber auch unterhaltsamer, da man von beiden Perspektiven auf dem Laufenden gehalten wird.
Insgesamt sind alle Charaktere sehr gut dargestellt und der Leser erhält zum Teil sehr tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Personen. 
Zum Ende hin wirkte die Geschichte ein wenig kurz und gehetzt auf mich und ich hätte mir durchaus gewünscht mehr darüber zu erfahren wie es den einzelnen Personen ergeht. 



Trotz allem ist der Autorin Anna Martens mit diesem Werk ein wirklich toller Debütroman gelungen und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Spannend zu lesen und sehr fesselnd, daher eine klare Leseempfehlung. 






Donnerstag, 18. Dezember 2014

[Rezension] Weihnachtliches Wunder



Auf sich allein gestellt, findet der neunjährige Erylan kurz vor Weihnachten in einem leerstehenden Haus einen einsamen Unterschlupf vor der eisigen Kälte. Als er am Heiligen Abend am wärmenden Feuer einschläft, wird er von einem Mann überrascht. 


Da es sich bei Weihnachtliches Wunder um eine Kurzgeschichte handelt wird natürlich auch die Rezension kürzer ausfallen als üblich. 
Die Autorin Angela Planert hat mit dieser Geschichte wirklich etwas ganz wundervolles geschaffen. 
Aufgrund des detaillierten und flüssigen Schreibstils kann man sich sofort in Erylan hinein versetzen und mit ihm fühlen. Auch wenn er erst neun Jahre alt ist so hat Erylan schon einiges hinter sich wie man im Laufe der Geschichte erfährt. 
Trotz ihrer Kürze liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Wer wird der Mann sein? Was passiert mit Erylan?
Auch die Bilder innerhalb der Geschichte sind wirklich toll dargestellt und rahmen die Geschichte perfekt ein. 

Weihnachtliches Wunder ist eine wirklich wahre Weihnachtsgeschichte und unbedingt empfehlenswert. Ich war wirklich sehr begeistert. 




[Rezension] Lügentanz





"Liebst du mich noch?" Als Michaela Michalsen ihrem Mann David diese Frage stellt, rechnet sie nicht mit einem "Nein". Oder gar damit, dass er sich von ihr trennen will. Liegt es am Schock über seine Antwort, dass ihr die Erinnerung an ein wichtiges Telefonat fehlt, bei dem es um ihre eigene Tochter ging? Oder kehren die Aussetzer zurück, die sie schon vor zwölf Jahren im Griff hatten? Spielt ihr Mann ein falsches Spiel? Will er sie loswerden? In den Wahnsinn treiben?





Lügentanz war mein erstes Buch von Ivonne Keller und da ich vorab bereits eine Leseprobe lesen konnte war ich auch sehr gespannt darauf. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und abwechslungsreich wodurch sich das Buch gut lesen lässt.
Bereits nach ein paar Seiten war ich Bann gezogen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte rund um Michaela fängt sehr spannend an und wirft einige Fragen auf. Hat sie wirklich diese Aussetzer? Was ist mit ihr los oder spielt gar ihr Mann ein falsches Spiel mit ihr? Hier ist man als Leser zunächst mal genauso verwirrt wie wohl Michaela selbst. 
Dann wechselt das Geschehen zu Magdalena von Hohenkamp die im späteren Verlauf nur noch Lena genannt wird. 
Zunächst war es für mich schwer einzuordnen wer genau Lena ist und was sie mit Michaela zu tun hat. Dann aber kreuzen sich ihre Wege und die Geschichte wird mit beiden zusammen weitergeführt. 
Und dann ist da noch Bea. Die beste Freundin von Michaela. Bea die sich immer um alles kümmert und Bea die immer alles besser weiß. Welche Rolle sie genau spielt werde ich hier nicht erzählen, da das ganze ja keine Nacherzählung werden soll. 
Insgesamt muss ich leider sagen dass mich das Buch nicht ganz überzeugt hat. Die Leseprobe, welche ich vorablesen konnte fand ich wirklich klasse. Sie war spannend und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Das Buch im weiteren Verlauf zieht sich meiner Meinung nach aber sehr in die Länge und wirkte nicht mehr richtig spannend auf mich. Es gibt zwar immer wieder einige interessante Wendungen, aber diese werden dann zu oberflächlich und kurz dargestellt. Auch würde ich mir unter einem Thriller etwas ganz anderes vorstellen und empfand Lügentanz eher als eine Art Roman. 




Lügentanz entwickelt sich nicht so wie man es vielleicht erwarten würde und entspricht nicht ganz meinem Geschmack. Es ist nicht unbedingt ein Must - Read, wer aber den Stil von Ivonne Keller mag oder von der Geschichte an sich angetan ist kann diese ruhig testen.