Freitag, 13. Februar 2015

[Rezension] Abby Lynn - Verbannt ans Ende der Welt


England, 1804: Abby Lynn ist gerade vierzehn Jahre alt, als sie an einem kalten Februarmorgen in den Straßen Londons in einen Taschendiebstahl verwickelt wird. Angeblich der Komplizenschaft überführt, verschwindet sie hinter den Mauern des berühmtberüchtigten Gefängnisses von Newgate. Nur die Gewissheit ihrer eigenen Unschuld und die Hoffnung auf einen Freispruch lassen sie die qualvollen Wochen der Haft ertragen. Doch das Urteil, das in einem Blitzprozess gefällt wird, lautet >>Verbannung<<: sieben Jahre Sträflingsarbeit in der neuen Kolonie Australien. 




Abby Lynn hat mich vor vielen Jahren schon einmal in ihren Bann gezogen und nun hatte ich wieder einmal Lust auf die Reihe.
Abby hat kein einfaches Leben. Sie lebt an der Armutsgrenze, wird zu unrecht verurteilt und dann auch noch für sieben Jahre in die Sträflingskolonie verbannt. Dabei ist sie gerade erst vierzehn Jahre alt und somit eigentlich noch ein Kind.
Wer nun aber glaubt, dass sie aufgibt und sich einem trostlosen Sträflingsleben hingibt der täuscht sich gewaltig. Trotz ihres jungen Alters ist Abby eine sehr starke und mutige Persönlichkeit, die niemals aufgibt. Sie ist zudem sehr ehrgezig und zielstrebig und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat tut sie alles um dieses Ziel zu erreichen.
Auch die anderen Charaktere sind schön dargestellt. Es gibt nicht einfach nur die Aufteilung in gut und böse, sondern jeder hat seine Ecken und Kanten wodurch alle authentisch und glaubhaft wirken.
Der Schreibstil von Herrn Schröder ist angenehm und natürlich, wodurch er eine wundervolle Atmosphäre schafft in die ich mich sofort mitgenommen gefühlt habe. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und trotz genauer Beschreibungen nehmen diese nicht überhand, so dass die Geschichte nicht langatmig wird. Die Detailgenauigkeit von Rainer Schörder bezüglich des Gefängnisses Newgate aber auch des Alltags auf dem Sträflingsschiff hat mich sehr begeistert, da sie einen noch besseren Einblick verschafft.
Die Geschichte selbst hat keinen klassischen Spannungsaufbau mit Höhepunkt und Schluss. Das bedeutet jedoch nicht dass es langweilig wird. Im Gegenteil. Man bekommt einen guten Einblick in das Leben der Farmer Australiens aber auch in die Sträflingskolonien des 19. Jahrhunderts. Nebenbei erfährt man einiges über die Geschichte Australiens besonders aber über Sydney und Umgebung sowie das Buschland. Durch Abigails Schicksal bekommt man einen eindrucksvollen Eindruck in den zum Teil qualvollen Alltag der Sträflinge. Ebenso erfährt man aber auch einiges über das Leben der ansässigen Farmer.
Ebenfalls anders als bei den meisten Büchern erlebt man bei diesem Buch in nur knapp 300 Seiten knapp vier Lebensjahre von Abby. Mit sehr viel Begeisterung und Spannung habe ich den Wandel Abby's vom hilflosen Mädchen zur jungen selbstsicheren Frau beobachtet.

Abby Lynn ist ein wunderschöner Jugendroman, der mich sehr begeistert hat und bei dem für mich alles gestimmt hat. Wer sich also ein wenig für Australien und das Thema rund um Sträflingskolonien und Farmer im 18. Jahrhundert interessiert, sollte dieses Buch unbedingt einmal lesen.







1 Kommentar:

  1. Huhu, eine schöne, ausführliche Reviwe zum Buch! Allerdings sagt mir der Inhalt nicht besonders zu, ich lese lieber Bücher aus der aktuellen Zeit und eher Richtung Thriller oder Science Fiction :)

    Dein Blog gefällt mir echt gut und ich freue mich, wenn du auch mal bei mir vorbeischaust! :)

    Liebe Grüße ♥

    http://blushandpowder.blogspot.de/

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