Donnerstag, 5. Januar 2017

[Rezension] Entführt bis du mich liebst



Nichts hasst Louisa mehr, als das Leben in dem winzigen Kaff Ash Springs, mitten in der Wüste Nevadas. Sie sehnt sich nach Spaß und Abenteuer. Als sie in den Ferien mit ihren vier  Brüdern zum Campen in den Sequoia Nationalpark muss, trifft sie auf den geheimnisvollen Brendan. Ihr Schicksal nimmt eine dramatische Wende, denn Brendan ist keinesfalls zufällig am selben Ort. Akribisch hat er jeden Schritt von Louisas Entführung geplant. Er verschleppt sie in die Einsamkeit Kanadas, an einen Ort, an dem es nur Fichten, blauen Himmel, Wölfe und Hermeline gibt. Er sagt, sie wäre sein Licht in der Dunkelheit. Für Louisa beginnt eine Zeit voller Angst und Verzweiflung, in der sie immer mehr mit Brendans traumatischer Vergangenheit konfrontiert wird. Schon bald ist er für sie viel mehr als nur ihr Entführer. Mitgefühl, Zuneigung und Abhängigkeit vermischen sich und stürzen Louisa in ein tiefes Gefühlschaos. Vor allem zwei Fragen gewinnen immer mehr an Bedeutung: Darf man seinen Entführer lieben? Und wie gefährlich ist Brendan wirklich?


Insgesamt bin ich ein wenig hin und her gerissen ob ich das Buch nun sehr gut finde oder eben doch nicht. Ich muss gestehen der Ausgang der Geschichte lässt mich sehr sprachlos zurück. Wer das Buch liest wird wissen, welche männliche Figur ich mit den folgenden Worten anspreche. Ich kann nicht verstehen, wie er Louisa in dieser Hinsicht ihren Willen lassen konnte und sie sogar noch dabei unterstützt. Das Ende ist einfach zu überspitzt konstruiert und absolut unrealistisch. Ich war ehrlich enttäuscht. 
Louisa hat mir als Protagonistin gut gefallen und bis auf den Schluss wirkte sie durchaus glaubwürdig auf mich, wenn auch ein wenig naiv. Auch ihr Gefühlschaos zwischen Angst, Hass und auch Zuneigung gegenüber Brendan konnte man konnte nachvollziehen. Sie ist abhängig von ihm und auch ihr Überleben liegt ganz in seinen Händen. Ich möchte gar nicht wissen, wie man sich in so einer Situation fühlen muss. Hier konnte die Autorin die Gefühle wirklich sehr gut transportieren.
Mit Brendan konnte ich mich leider so gar nicht anfreunden und das liegt nicht nur an seiner Rolle als Entführer. Er hat ab und an Flashbacks und sein Verhalten während diese sich anbahnen, lässt mich nur den Kopf schütteln und ich frage mich, was sich die Autorin dabei gedacht hat. 
Die Planung und auch Durchführung der Geschichte haben mich dennoch beeindruckt. Es war faszinierend mitzuerleben, wie akribisch Brendan jedes noch so kleine Detail geplant und woran er alles gedacht hat. Man merkt dabei auch am Rande, welche Folgen ein freizügiges Verhalten im Internet nach sich ziehen kann.
Ich habe lange überlegt wie viele Punkte ich für das Buch vergeben möchte. Einige Aspekte sind moralisch sehr fragwürdig und zudem absolut nicht realistisch. Bedenkt man jedoch, dass es sich hierbei um eine Phantasiegeschichte und keinen Tatsachenbericht handelt so halte ich vier Herzen für angebracht, denn bis zum Schluss hat mich das Buch sehr gut unterhalten.

Eine spannende und sehr unterhaltsame Lektüre, deren Ende mich leider etwas enttäuscht zurück lässt. Dennoch ist "Entführt bis du mich liebst" sehr lesenswert und ich empfehle es gerne weiter. 



1 Kommentar:

  1. Liebe Bettina

    Ich habe schon öfter von dem Buch gehört und habe es mir auf den Kindle geladen. Auch wenn du ein paar Kritikpunkte hast, vermittelt deine Besprechung das Gefühl, dass das Buch lesenswert ist.
    Ich finde auch, dass man bei Büchern nicht immer Tatsachen verlangen sollte.

    Liebe Grüße, Gisela

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