Dienstag, 28. März 2017

[Rezension] Das Leuchten der schottischen Wälder


Nach dem Unfalltod ihrer Eltern ist für die junge Ärztin Lena Mackingtosh nichts mehr, wie es war. Von einem Tag auf den anderen lastet die Verantwortung der väterlichen Arztpraxis und der Alpaka-Herde ihrer Mutter auf ihren Schultern. Ohne zu zögern kündigt Lena ihren gutbezahlten Job in einer Glasgower Klinik und zieht zurück ins beschauliche Broadfield. Die kleine Praxis und die Tiere sind alles, was Lena von ihren Eltern geblieben ist. 
Doch die starrsinnigen Dorfbewohner trauen der jungen Städterin das Landleben nicht zu und so bleibt das Wartezimmer fürs Erste leer. Besonders der attraktive Wildhüter Patrick O'Donnell bereitet Lena mit seiner rauen und unverschämten Art Kopfzerbrechen. Als dann auch noch ein Vulkanausbruch auf Island das Futter knapp werden lässt, ist Lena am Ende ihrer Kräfte angelangt. Hält sie dieser Belastungsprobe stand?


Die Autorin beschreibt die Figuren, Landschaft und Handlung so bildreich, dass man direkt nach nur wenigen Seiten gefesselt ist und das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Als Kulisse dient das wunderschöne Schottland mit zahlreichen Wiesen und Wäldern und einer insgesamt sehr malerischen Landschaft. 
Lena war mir anfangs sofort sehr sympathisch, was sich leider im Verlauf der Geschichte verändert hat. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die nicht so schnell aufgibt und auch ihn schwierigen Situationen einen kühlen Kopf behält. Dennoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass sich ihre Trauer bzgl. ihrer Eltern sehr in Grenzen hält. Mir kam es so vor als hätte sie ihre Eltern in dem Moment vergessen, indem sie unter der Erde waren. Von Trauer war da kaum etwas zu spüren. Auch macht es oft den Anschein, dass das gesamte Dorf ohne Lena und ihre Kenntnisse als Ärztin aufgeschmissen ist. Wie durch Zufall erscheint sie ein ums andere Mal genau zur richtigen Zeit und ist der einzige Mensch, der weiß wie man das Problem lösen kann. Das waren mir dann teilweise doch ein paar Zufälle zu viel, weshalb ich etwas genervt davon war. 
Patrick wiederum war mir von Anfang bis Ende sehr sympathisch und ich war wirklich beeindruckt was er in seinem Leben schon alles gemeistert hat und wie er die Welt wahrnimmt. 
Im weiteren Verlauf der Geschichte habe ich mehr und mehr festgestellt, dass das Landleben manchmal doch gar nicht so langweilig ist wie man immer glaubt. 
Nicht ganz so gut gefallen hat mir die Entwicklung der Story. Während sie zunächst eher etwas langsam beginnt nimmt das Tempo gegen Ende rasant zu und auf nur wenigen Seiten überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Dabei sind zum Schluss einige Fragen offen geblieben, die ich gerne geklärt gehabt hätte. 

"Das Leuchten der schottischen Wälder" hat sowohl einige Pluspunkte als auch einige negative Punkte. Insgesamt haben die positiven Elemente allerdings überwogen und ich finde, dieser Roman lädt ganz wunderbar ein in die Landschaft Schottlands und die Geschichte der Ärztin einzutauchen. 


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