Freitag, 17. März 2017

[Rezension] Die dreizehnte Fee - Erwachen


Ich bin nicht Schneewittchen. Ich bin die böse Königin. Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung. >>Kennst du das Märchen von Hänsel und Gretel?<<, frage ich flüsternd. Er braucht mir nicht zu antworten, er weiß, dass nicht alle Märchen wahr sind. Nicht ganz zumindest. Es gibt keine Happy Ends, es gab sie nie. Für keine von uns.

"Die dreizehnte Fee - Erwachen" habe ich mir schon lange gewünscht und war richtig glücklich als ich es gestern endlich in den Händen gehalten habe. Ich wollte ursprünglich eigentlich nur kurz mal rein lesen und keine Ahnung wie es dazu kam, aber als ich wieder von meinem Buch aufgeblickt habe, war es bereits zu Ende gelesen. 
Ich war komplett gefangen von der Märchenwelt bei der Julia Adrian es gelungen ist klassische Märchenelemente mit der Geschichte zu verweben, wodurch ein ganz neues Märchen entstanden ist. Während man die Feen aus Dornröschen sonst eher als liebenswerte, süße Figuren kennt, werden sie hier als boshafte Hexen dargestellt vor denen sich alle Menschen fürchten. Dieser Blickwinkel war für mich sehr neu und zunächst ungewohnt aber zugleich auch hoch interessant und es hat mir viel Spaß gemacht in die Geschichte einzutauchen.
So wird die Protagonistin zwar von einem Prinzen wach geküsst, allerdings folgt danach kein Happy End sondern vielmehr das Gegenteil. Während man dieses Element mit dem Prinzen sehr gut und auf den ersten Blick aus einem anderen Märchen bereits kennt, so muss man bei anderen zweimal hinsehen um die wahre Bedeutung zu erkennen. Die dreizehnte Fee ist dabei keine typische Heldin. Sie hat einen starken inneren Konflikt, der vor allem durch ihre Gedanken und seelische Zerrissenheit deutlich wird. Nach außen hin wirkt sie hart und kalt und scheint nur auf Rache zu sinnen für das was ihr angetan wurde. Dann ist da aber auch die verletzliche Seite an ihr, die sich einfach nur nach ein wenig Liebe sehnt. 
Neben der dreizehnten Fee spielt der Hexenjäger eine bedeutende Rolle, wobei er mir irgendwie suspekt ist. Man wird nicht so richtig schlau aus ihm und er ist mehr als nur ein bisschen geheimnisvoll. Auch er hat einen inneren Konflikt, den uns die Autorin durch die Teilhabe an seinen Gedanken deutlich macht. Zum einen will er nur sein Ziel verfolgen und alle Feen vernichten, aber dann ist er auch fasziniert von der dreizehnten Fee. 
Nicht nur die Geschichte selbst konnte mich überzeugen, sondern vor allem auch der Schreibstil von Julia Adrian. Die Sätze sind zumeist recht kurz und einfach gehalten und gleichzeitig sind viele detailreiche Beschreibungen mit eingewoben. Ich bin komplett in der Welt der Feen versunken und habe nichts anderes mehr um mich herum wahr genommen. Ein wahres Leseerlebnis!

"Die dreizehnte Fee" war für mich ein ganzes besonderes Buch, da es so vollkommen anders ist als alles was ich sonst so kenne. Innovative Ideen und eine Erzählweise die sich stark an den ursprünglichen Märchen orientiert, lassen diese Geschichte zu etwas ganz besonderem werden. Ein wahres Muss für jeden der Fantasy und auch Märchen liebt. An dieses Werk kommt nichts anderes heran!





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