Montag, 24. April 2017

[Rezension] die Rabenkönigin


Eine Königin, in deren Brust kein Herz schlägt. Ein Prinz, gefangen hinter Spiegeln. Das Spiel des Feenkönigs, das keine Sieger kennt. 

Ein mächtiger Fluch lastet auf der königlichen Familie, so munkelt man in Sorieska. Seit Generationen hat niemand ein Mitglied des uralten Geschlechtes zu Gesicht bekommen. Und wer das Schloss auf dem Hügel erblickt, auf dessen Türme Schwärme von Raben sitzen wie eine unheilvolle Wolke, möchte nur allzu gern glauben, dass es der Wahrheit entspricht. Ein Jahr ist vergangen, seitdem Majas liebster Freund Elejas durch die Tore des Schlosses getreten und nicht wieder nach Hause zurück gekehrt ist. Und ebenso lange wispert das Blut der Feen in ihren Adern, dass ihm etwas geschehen sein muss. 

Gegen den Willen ihres Vaters macht sie sich auf, Elejas' Schicksal zu ergründen. Begleitet von einem sprechenden Raben entschlüsselt Maja nach und nach die Geheimnisse des alten Gemäuers und seiner sonderbaren Bewohner. Doch zugleich gerät sie immer tiefer in den Sog der Gefahr, die hinter den Spiegeln lauert. 


Die märchenhafte Beschreibung von "die Rabenkönigin" hatte mich sofort auf das Buch aufmerksam gemacht und das Cover ist auch wirklich traumhaft und macht ebenfalls neugierig auf die Geschichte. 
Michelle Weber hat einen sehr blumigen Schreibstil, bei dem sie sehr ausschmückend und mit Verwendung vieler Metaphern erzählt und beschreibt. Dadurch war mir der Text teilweise schon fast etwas zu überladen und ich hatte besonders am Anfang Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu finden. Der Spannungsbogen setzt in etwa aber der Hälfte des Buches ein und nimmt dann aber nur langsam zu. Ich hätte mir mehr Action oder Konflikte gewünscht, hatte stattdessen allerdings eher das Gefühl, dass sich Probleme (wenn sie denn mal aufgetaucht sind) von Zauberhand wieder gelöst haben. So blieben fesselnde Momente leider aus.
Maja hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen und besonders schön waren die Passagen mit ihr und dem Raben, da sie sowohl spannend als auch sehr humorvoll geschrieben sind. Der Bösewicht der Story wird durch die Rabenkönigin verkörpert, die mich innerhalb ihrer Rolle absolut überzeugt und sehr überzeugend agiert hat. Die Nebenfiguren bleiben leider recht blass und unscheinbar, haben keine wichtige Funktion und sind mir daher zum großen Teil auch schon wieder entfallen. Sympathie konnte ich zu ihnen ebenfalls nicht aufbauen.
Das Schloss als Kulisse war einfach traumhaft, die vielen langen und stillen Flure, unheimliche Kammern und Nischen und soooo viel zu entdecken. Insgesamt herrschte eher eine kühle, düstere Atmosphäre, die zum Schloss wirklich gut gepasst hat und das Setting somit perfekt abrundet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hier die Hülle mehr überzeugt als der Inhalt, leider. Fehlende Spannung und blasse Figuren lassen die Geschichte zeitweise sehr zäh erscheinen und mir hat einfach irgendwas gefehlt. Dennoch ist es für Fans aus dem Bereich Fantasy durchaus eine lesenswerte Geschichte.



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