Sonntag, 21. Mai 2017

[Rezension] Du stirbst nicht allein


Vor vier Jahren erschütterte der Mord an der siebenjährigen Megan Purvis ganz London. Die Leiche des Mädchens wurde in einem abgelegenen Waldstück gefunden, auf ihrem nackten Schenkel stand das Wort >>Sorry<<. Zwei Jahre später verschwand Tilly Reid, auch ihre Leiche wurde gezeichnet und im Wald gefunden. Vierzehn Monate danach fand man erneut eine Mädchenleiche. Der Mörder der drei wurde nie gefasst. Und nun ist die kleine Poppy Glover verschwunden...


Von Tammy Cohen habe ich letztes Jahr bereits "Während du stirbst" gelesen und war sofort hin und weg von ihrem Schreibstil und auch der Geschichte selbst. Daher hab ich mich riesig gefreut, als ich ihr neues Buch entdeckt habe und entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen.
Die Geschichte ist definitiv nicht ohne und keine leichte Kost. Im Fokus stehen vor allem die Familien und wie sie versuchen nach ihrem unvorstellbaren Verlust, wieder einen "normalen" und geregelten Alltag zu führen. Das war stellenweise sehr emotional zu erleben, denn die entstandene Lücke lässt sich einfach durch nichts füllen und egal wie viel Zeit vergeht, der Schmerz vergeht nie. Das eigene Kind zu verlieren ist wohl das schlimmste, was einem passieren kann und ich möchte mir überhaupt nicht vorstellen, wie sich das anfühlen muss. 
Ungewöhnlich waren für mich die vielen unterschiedlichen Sichtweisen, die Tammy Cohen dem Leser aufzeigt. Man begleitet nicht nur die Ermittler, sondern auch die Opfer oder Journalisten. Dadurch werden viele verschiedene Einblicke aufgezeigt, man kann die einzelnen Personen ergründen und sich intensiv mit ihnen auseinandersetzen. Bei den Figuren möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ins Detail gehen, da ich sonst einiges vorgreifen würde.
Die Ermittlungsarbeit war sehr spannend aufgebaut. Es wird in alle Richtungen ermittelt und jeder noch so kleine Hinweis kann entweder entscheidend sein für die Lösung des Falles oder aber sich als Sackgasse entpuppen.
Das Buch enthält keine rasanten Actionszenen oder Verfolgungen, die Spannung verläuft eher unterschwellig. Es gibt zwar immer wieder kleinere Längen, aber dennoch hat mir das Buch wirklich gut gefallen und man konnte gut miträtseln. Am Ende wurde ich dann noch einmal komplett überrascht, da ich nicht mit diesem Ende gerechnet hatte. 


Tammy Cohen hat mich auch mit ihrem zweiten Psychothriller wieder überzeugt und begeistert. Ich liebe ihre Geschichten, ihre Figuren und ihren Schreibstil. Die Geschichte geht unter die Haut und schafft es gleichzeitig nachdenklich zu stimmen. Ich kann dieses Buch von Herzen empfehlen und finde es großartig!!



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