Montag, 12. Juni 2017

[Rezension] Die Farm


Eine kleine Baumwollfarm in Arkansas während der fünfziger Jahre - eine heiße, staubige Erntesaison steht bevor. Der siebenjährige Luke, der sich mit den anderen auf den Feldern plagt, beobachtet mit wachen Augen die Erwachsenen. Doch was er in diesem Sommer über das Leben herausfindet, wird ihm die kindliche Unschuld für immer nehmen. 


John Grisham konnte mich bereits mit zwei seiner Werke begeistern und dementsprechend waren meine Erwartungen an dieses Buch ziemlich hoch. Der Autor ist ja bekannt für seine Gerichtsthriller, daher war sehr ungewohnt einmal etwas ganz anderes von ihm zu lesen. 
Die Geschichte erleben wir aus der Sicht des siebenjährigen Luke, ein kleiner aufgeweckter Junge, der zusammen mit seiner Familie auf der Baumwollfarm arbeitet. Luke erzählt von seiner Arbeit, seiner Leidenschaft für Baseball und von den wenigen schönen Stunden am Wochenende in der Stadt, in der er dann auch wirklich einmal, einfach nur Kind sein kann. Durch die harte aber auch eintönige Arbeit auf den Baumwollfeldern, werden selbst die kleinsten Vorkommnisse zu einer regelrechten Sensation. Luke erlebt in diesem Sommer sehr viel, viel zu viel für eine so kleine Seele und die Geheimnisse, welche er bewahren muss, lasten schwer auf ihm.
John Grisham zeigt uns die frühen fünfziger Jahre, in denen die Männer das Sagen haben, Frauen in die Küche gehören und Kinder zu gehorchen haben. 
Das Buch hat keine großen Spannungsbögen, sondern lebt von der detailreichen Schilderung des harten Alltags der Baumwollfarmer. Ich war oftmals schockiert, unter welchen Umständen die Farmer oder auch die Saisonarbeiter leben müssen und wie schwer der Kampf um das Überleben für manche ist. John Grisham beschönigt nichts und zeigt sehr deutlich, die harte Realität.

John Grisham hat hier keinen Gerichtsthriller, sondern vielmehr eine Erzählung geschaffen. Ich war zunächst überrascht von dem Verlauf der Geschichte, die keine für Grisham so typischen Spannungsbögen enthält. Dennoch war ich bis zur letzten Seite gefesselt und habe mich beinahe schon als Teil der Familie Chandler gefühlt. Ich finde "Die Farm" sehr empfehlenswert!


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