Sonntag, 3. September 2017

[Rezension] Die Akte


In einer Oktobernacht werden zwei Richter des obersten Bundesgerichts der USA ermordet. Eine junge Jurastudentin legt eine Akte über den schlimmsten politischen Skandal seit Watergate an - ein tödliches Dokument für alle, die sie kennen. Eine erbarmungslose Jagd beginnt...


Für mich ist das nun schon mein fünfter Grisham aber leider bislang der schwächste. Das heisst nicht, dass das Buch nicht gut war, aber mit den anderen Werken konnte es leider nicht ganz mithalten. 

Die Jurastudentin ist unsere Hauptfigur und ich hatte leider immer wieder so meine Probleme mit ihr. Zum einen habe ich viel Verständnis für ihre Situation. Wer wäre nicht mit den Nerven fertig, wenn er gejagt, verfolgt und um sein Leben fürchten muss. Auf ihrer Flucht zieht sie so ziemlich alle Bekannten mit in die Sache hinein, die sie hat. Dabei hüllt sie sich allerdings ständig in Schweigen was ihre Pläne betrifft, da ja sonst jemand in Gefahr geraten könnte. Komischerweise sterben die Leute trotzdem wie die Fliegen. Das hat mich irgendwann nur noch genervt. 
Dank ihrer naiven Art macht sie den Gegner leichtes Spiel und es grenzt wirklich an ein Wunder, dass sie nicht bereits nach wenigen Kapiteln tot ist. Im Gegenteil, die Geschichte zieht sich in die Länge und scheint kein Ende finden zu wollen. 

Normalerweise sind die Werke von Grisham immer sehr realitätsnah und glaubwürdig. Umso überraschter war ich, dass genau das hier komplett fehlt. Die gesamte Handlung reiht sich aus einer Reihe von Zufällen aneinander, wodurch jede Glaubwürdigkeit verloren geht. Auch die Charaktere machen keine sonderlich gute Figur dabei und wirken eher naiv und dümmlich. Ich hatte mir aufgrund seiner anderen Werke echt mehr erhofft. 

John Grisham zählt inzwischen zu meinen liebsten Autoren, aber mit diesem Werk konnte er mich leider nicht wirklich überzeugen. Die Geschichte wirkt an vielen Passagen überzogen und realitätsfern, zudem bleiben die Charaktere emotionslos und blass. Gar nicht der Grisham wie man ihn sonst kennt. Wer Grisham mag kann das Buch gerne lesen, allen anderen würde ich zunächst andere Werke von ihm empfehlen. 




1 Kommentar:

  1. Mit Grisham ist es ja bei mir so, entweder liebe ich sie oder ich hasse sie xD

    Und mir fällt auf, dass ich schon lange nichts mehr von ihm gelesen habe, aber vlt starte ich nicht unbedingt mit diesem Buch wieder durch ;)

    Liebste Grüße,
    Vivka

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